Monat: Juli 2022

LJJO Hamburg plays Bob Brookmeyer and Thad Jones

Jörn Marcussen-Wulff – Komposition, Leitung
Paul Beskers, Davide Sgarra, Finn Vidal, Janna Friedrich, Jesse Mattern – Saxophone
Lennard Stünkel, Tom Wendler, Matthis Wroblewski, Tobias Metzger – Posaunen
Jan Rolle, Hauke Rüter, Mathis Cech, Tom Trabandt – Trompeten
Lenni Micheel, Lajos Meinberg – Klavier
Paul Linardatos – Gitarre
Lucas Kolbe, Johann Greve – Bass
Henning Katz, Jan Zeimetz – Schlagzeug

Das Repertoire der diesjährigen Frühjahrsarbeitsphase unter der Leitung von Jörn Marcussen-Wulff gehört zum Anspruchsvollsten und Spannendsten, das die Bigband-Literatur zu bieten hat. Kommend aus der Jazztradition steht Jones für hart swingende, packende Ensemblesounds und unkonventionelle Melodielinien. Brookmeyer verarbeitet in seinen Kompositionen Einflüsse aus dem modernen Jazz und der Neuen Musik der 60er Jahre und ist bis heute einer der prägendsten Komponisten des zeitgenössischen Bigband-Jazz.

Das Landesjugendjazzorchester Hamburg (LJJO HH) ist das Spitzenensemble und Aushängeschild der Hamburger Jazznachwuchsförderung. In Trägerschaft des Landesmusikrates der Freien und Hansestadt Hamburg e.V. repräsentiert es die Stadt musikalisch nach innen und nach außen. Das Ensemble bietet den talentiertesten Jazzmusiker:innen Hamburgs die Möglichkeit, durch thematisch vielseitige Arbeitsphasen sowie kreative und innovative Ideen und Konzepte gefördert zu werden. Seit Anfang 2022 haben die renommierten Jazzprofis Jörn Marcussen-Wulff und Hendrika Entzian die künstlerische Leitung übernommen. die Die Behörde für Kultur und Medien Hamburg unterstützt das LJJO HH.

Das LJJO Hamburg ist ein herausragendes Landesjugendjazzorchester der Bundesrepublik und genießt national und international einen ausgezeichneten Ruf. Das Auswahlorchester erarbeitet in zwei Arbeitsphasen pro Jahr anspruchsvolle Programme in den unterschiedlichsten Stilen des Jazz. Das Ensemble bildet die Brücke zwischen den Aktivitäten der alltäglichen musikalischen Jugend- und Schularbeit und dem professionellen musikalischen Bereich mit Institutionen wie der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, der NDR Bigband und weiteren Teilnehmenden des professionellen Musikbusiness. Dabei finden von beiden Seiten ein lebhafter Austausch und eine rege Zusammenarbeit statt.

Jörn Marcussen-Wulff ist Komponist, Arrangeur, Posaunist und Dirigent aus Hannover. Er ist Dozent für Komposition, Arrangement, Jazz-Theorie und Bigband an der HfM Franz Liszt Weimar und der HMTM Hannover und ist künstlerischer Leiter der renommierten, professionellen Bigband „Fette Hupe“. Er arbeitet regelmäßig für bekannte Large Ensemble (z.B. NDR-Bigband, Metropole Orkest, u.a.) und ist gefragter Dozent für Workshops und Fortbildungen. Seine Arrangements finden sich auf vielen erfolgreichen Veröffentlichungen, zuletzt auf dem Album „If you really want“ von Raul Midón & dem Metropole Orkest, das für einen Grammy nominiert wurde. Jörn war Finalist des Kompositions-wettbewerbs „Jazzpositions 2010″ des HR, sowie Teilnehmer des renommierten Metropole Orkest Arrangers Workshop mit Richard Bona und Vince Mendoza 2013. Außerdem erhielt er mehrfach das Kompositionsstipendium des Landes Niedersachsen und ist Preisträger des Jazzförderpreises des Kultur-forums Schleswig-Holstein. Neben seinen künstle-rischen Projekten ist er 1. Vorsitzender der Jazzmusiker Initiative Hannover e.V. und er ist Preisträger des „Leinestern 2021“, dem Ehrenamtspreis der Stadt Hannover.

Das LJJO Hamburg wird durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg gefördert. (www.lmr-hh.de)

Livekonzert: 16.07.2022, 19:00 Uhr, Rampe Hannover, Gerhardtstr. 3, 30167 Hannover

Kartenvorverkauf: https://tonhalle-hannover.de/produkt-kategorie/tonhallenkonzertkarten/

gefördert von: Kulturbüro Hannover

PAROLE: Lautpoesie und Musik

Patrick Crossland – Posaune
Michael Griene  – Schlagzeug, Perkussion
Elke Schipper – Konzepte, Texte, Stimme

Der Titel des Programms greift mit „parole“ den Begriff von Ferdinand de Saussure für gesprochene Sprache auf. Das gesprochene Wort setzt den Klang der Sprache frei, macht sie zu einem offenen dynamischen Prozess, der den Transfer von Bedeutung mit akustischen Ereignissen einher gehen lässt. Lautpoesie widmet sich dieser sinnlichen Textur von Sprache. Sie begibt sich in das Spannungsfeld zwischen der Wirklichkeit des Wortes und der von diesem mitgeteilten Wirklichkeit. Diese Wirklichkeiten werden zerlegt, montiert, collagiert und transformiert. Das treibt sprachliche Konsistenzen und Energien an die Oberfläche, die häufig nach grenzgängerischer Artikulation verlangen. In diesen vitalen Qualitäten treffen Sprache und Musik aufeinander – entfalten doch beide ihr Drama als verwandtes zeitliches Voranschreiten in Tempi, Rhythmen, Metrum, Klanggeste, Tonfall, Melos und können auf diesen gemeinsamen Parametern zu archaischer Verständigung miteinander finden. Dabei kann ein Wort semantisch sinnlos, doch musikalisch sinnhaft werden. Der Umgang von Sprache und Musik miteinander umschifft die Grenze zwischen beiden.

Elke Schipper arbeitet seit 1976 als freie Autorin zu bildender Kunst, zeitgenössischer Musik und einer ästhetischen Theorie der künstlerischen Improvisation. Sie war/ist Kuratorin zahlreicher Ausstellungen, Konzerte und Festivals, seit 1974 tritt sie mit eigener Lautpoesie auf, mit der sie in internationalen Anthologien vertreten ist. Seit 1986 stellt sie unter dem Titel „contrescript“ ihre visuelle Poesie aus. Als Vokalistin ist sie seit gut zehn Jahren in verschiedenen Formationen präsent, ist auf CDs dokumentiert.

Michael Griener hat sich bereits als Jugendlicher mit den tradierten Spielweisen des Jazz und Freier Improvisation auseinandergesetzt. Er erlernte sein Instrument autodidaktisch. Instanzen seines Lernens waren die eigene Suche nach Musik und sein Hören. Seine Nähe zum Jazz lässt ihn vor allem in Konstellationen präsent werden, die dieses Idiom weiterleben. Die dabei entwickelte Präzision, verbunden mit einer unaufgeregten, doch alerten Spielhaltung kennzeichnen seine musikalische Persönlichkeit und machen ihn zu einem ebenso willkommenen Partner in Formationen der Freien Improvisation wie ihn interdisziplinären Projekten. Im Zusammenwirken mit Lautpoesie finden Perkussion und Sprechrhythmik, Sprachmelos und getrommelte Skalen ein gemeinsames Terrain, erweitert durch Klänge, die mit dem vorsprachlichen Material der Stimme korrespondieren, es aber nicht imitieren. Michael Griener arbeitet/e mit einer Vielzahl von Musiker*innen, kontinuierlich u. a. mit Rudi Mahall, Jan Roder, Günter Christmann, Axel Dörner, Alexander von Schlippenbach. Er konzertiert/e weltweit und ist auf zahlreichen CDs dokumentiert. Er lehrt an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (Dresden) und der Jazzschule Berlin.

Die musikalische Verständigung zwischen Posaune und Sprache schöpft in der Thematisierung des Atmens  und dem Einsatz vokalen Materials aus einem gemeinsamen Reservoir der Gestaltung. Atemmodulation am Mundstück, multiphone Klänge mit Stimmeinschwingungen und sprachgestische Phrasierung wurden als Öffnung des Instrumentalklangs für eine direkte, physisch getragene Kommunikation in der Freien Improvisation erarbeitet und sind auch zum Material für Kompositionen geworden. Nach klassischer Ausbildung spielte Patrick Crosslandzunächst in verschiedenen Orchestern, bevor er sich vorrangig Werken der zeitgenössischen Musik widmete. Er arbeitete u. a. zusammen mit Vinko Globokar und Marco Stroppa, ist u. a. Mitglied im Ensemble „laboratorium“ und bei „zinc & copper works“ und führt eigene Multimedia- und Elektronik-Solo-Performances auf. In den letzten Jahren wurde zunehmend auch das frei improvisierende Spiel Teil seines musikalischen Lebens und er arbeitet/e auch hier mit zahlreichen Musiker*innen, u. a. mit Jack Wright, Alexander Frangenheim, Günter Christmann. Patrick Crossland ist Dozent an der Universität von Maryland in Baltimore/USA.

Livekonzert und Videoaufzeichnung: 05.07.2022, 20:00 Uhr, Rampe Hannover, Gerhardtstr. 3, 30167 Hannover

Kartenvorverkauf: https://tonhalle-hannover.de/produkt-kategorie/tonhallenkonzertkarten/

gefördert von: Kulturbüro Hannover, Neustart Kultur, Initiative Musik, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien